Bestellung des Neuwagens

 


Meistens wird der Händler das von Ihnen gewünschte Automobil in der richtigen Farbe und von Ihnen gewünschten Ausstattung nicht vor Ort haben und es deshalb beim Werk bestellen.
Hierbei gilt zu beachten, dass die Bestellung noch nicht den Abschluss des darstellt.
Der Besteller verpflichtet sich lediglich ein Auto zu kaufen, er ist für eine gewisse Zeit an die Bestellung gebunden. Der Händler nimmt die Erklärung entgegen, sich selbst bindet er aber noch nicht.


 

 

Bindungsfrist

Dies ist meistens in den AGBs, der Autohändler welche für die entsprechenden Neuwagenverkäufe gelten, definiert und festgehalten und wird so auch von den Zentralverbänden empfohlen.
Die Bindungsfrist definiert den Zeitraum, in dem der Händler das gewünschte Kfz in der passenden Ausstattung zum vorab kalkulierten Preis beschaffen soll. Dies setzt den nötigen Rahmen für den Händler und der Käufer ist solange an die Bestellung gebunden.

 

Bestellungsfristen

In den AGBS der Händler sind meist Klauseln enthalten, die definieren wie lange der Käufer an seine Bestellung gebunden ist und wie lange der Händler Zeit hat, bis er die Bestellung akzeptieren oder (schriftlich) abzulehnen hat. Die Neuwagen-Verkaufsbestimmungen (NWVB) sehen hierbei für Pkws eine Frist von vier Wochen sowie eine Frist von sechs Wochen für Nutzfahrzeuge vor. Die meisten seriösen Kfz-Händler wenden die NWVB an.
Die Rechtsprechung hat diese allgemeinen Fristen als angemessen akzeptiert (BGH MDR 1990, 429).
Erklärt der Fahrzeughändler innerhalb dieser Frist die Annahme, kommt der Kaufvertrag zustande.
Sollte im Vertrag eine längere Bindungsfrist vereinbart sein, kann dies dazu führen das die Bindungsklausel hier evtl. unwirksam ist. Im Einzelfall setzen Sie sich am besten mit einem Rechtsanwalt in Verbindung.

Tipp: Wenn Sie eine Vertragsbestätigung vom Händler bekommen, so ist es ratsam diese genau mit der Bestellung zu vergleichen. Weicht nämlich die Bestätigung von der Bestellung ab z.B. in der Farbe oder Innenausstattung, so können Sie die Annahme des Fahrzeugs ablehnen, da in diesem Fall überhaupt kein Vertrag zustande gekommen ist.


 

 

AGBs

Bei den AGBs um handelt sich rechtlich gesehen um vorab formulierte Vertragsbedingungen, welche Sie durch Ihre Unterschrift anerkennen.

Da eine Bestellung bindend ist, sollten sich über die möglichen Folgen Ihrer Bestellung bewusst sein, wenn Sie eine Bestellung aufgeben. Wird das Fahrzeug tatsächlich geliefert, Sie es aber nicht mehr nehmen wollen, kann dies dazu führen, dass Sie je entsprechend der Vereinbarung schadensersatzpflichtig sind.
Diese Vorgaben gelten auch für den Fall, dass eine Finanzierung des Kfz scheitert.
Achten Sie, wenn Sie also eine Bestellung aufgeben auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Verkäufers, die im Normalfall immer den Bestelldokumenten beiliegen.

Bei Zweifeln oder Unsicherheiten was die Geschäftsbedingungen bzw. den Vertrag angeht haben, verzichten Sie darauf den Vertrag direkt an Ort und Stelle zu unterschreiben und lassen Sie sich von einer unabhängigen Person oder Stelle die Unklarheiten erklären.

Sollten in den AGBs Klauseln enthalten sein, welche Sie als Käufer sehr benachteiligen, kann es sein dass diese ungültig sind, soweit sie nicht dem geltenden Recht des Bürgerlichen Gesetzbuches entsprechen.


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